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Textilherstellung

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Vom Baumwollfaden bis zum fertigen T-Shirt - bei Trigema passiert alles unter einem Dach.

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Wandel zum Handel

Aus: tagblatt.de
Erschienen: 27.03.08

Grüne besichtigen Trigema - Online-Geschäft floriert ungeahnt

Gestern Abend kam er im Fernsehen: Der König von Burladingen - Wolfgang Grup und sein Textilimperium. Gestern Morgen hatte er Besuch von den Grünen.

Einen der Vorzeigebetriebe im Ländle haben gestern Petra Selg, die
Landesvorsitzende der Grünen, und der Tübinger Bundestagsabgeordnete
Winfried Hermann besucht.

Burladingen. Mehr als drei Stunden lang lieAzen sich der
Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann und die Landesvorsitzende Petra Selg
von Grupp das ungewöhnliche Unternehmens-Konzept erklären und auch durch die
ausgedehnten Fabrikhallen in Burladingen führen. Nach wie vor wird alles vor
Ort produziert, werden keine Arbeitsplätze exportiert.

Trigema hat rund 1200 Beschäftigte, davon 310 im Zweigwerk in Altshausen und
205 in Rangendingen. Grupp hat mit ihnen eine 40-Stunden-Woche vereinbart,
dafür gibt es aber auch Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und "garantierte
Arbeitsplätze", wie der 65-jährige Alleininhaber des Unternehmens seinen
Besuchern erklärte. Besonders wichtig ist ihm die "Weiterbildung im
Unternehmen". 90 Prozent der Beschäftigten haben auch im Hause gelernt,
wurden bei Trigema ausgebildet.

Dass sich Grupp in der immer härter werdenen Konkurrenz, in einer der
schwierigsten Branchen bis heute behaupten konnte, liegt vor allem an der
Flexibilität des Unternehmens, wie er seinen Gästen deutlich machte: "Wir
haben keine Aufträge für morgen, nur Sofortaufträge." Europas gröAzter
T-Shirt- und Tennisbekleidungs-Hersteller liefert auch in kleineren
Stückzahlen, in allen möglichen Variationen. 30- bis 40 000 Teile werden
täglich produziert. Und nachdem die groAzen Kunden - Horten, Kaufhof, Quelle,
Metro, Aldi - abgesprungen oder ganz vom Markt verschwunden sind, hat sich
Trigema selber auf den Handel verlegt.

Zwangsläufig, wie Grupp gestern auf Nachfrage der grünen Landesvorsitzenden
sagte: "Ich habe den Handel nicht ausgeschaltet. Ich werde gezwungen, etwas
zu tun, damit ich nicht untergehe." Die Firma hat inzwischen 15 eigene
Testgeschäfte gebaut, in den letzten zehn Jahren "Rieseninvestitionen in den
Absatz gemacht", so Grupp. 52 Prozent des letztjährigen Umsatzes in Höhe von
gut 82 Millionen Euro wurden über die eigenen Geschäfte erzielt. Sie werden
bevorzugt in Urlaubsgebieten angesiedelt, in Fischen, Oberau bei Garmisch,
demnächst auch in Rövershagen bei Rostock. Der Trigema-Chef: "Im Urlaub sind
die Leute freigiebiger."

Ungeahnt floriert mittlerweile auch der Online-Handel - Grupp war anfangs
eher skeptisch. "Ein Irrsinn" ist es nach seiner Ansicht, in einer
"Bedarfs-gedeckten Wirtschaft" unablässig von Wachstum zu reden. Und hier
traf sich der CDU-Wähler durchaus mit den beiden führenden Grünen. Selg und
Hermann waren sichtlich beeindruckt von Grupp und seinem "Vorzeigebetrieb".

Text: Ernst Bauer


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