Sie befinden sich hier

Trigema-Shops

Teaser

Trigema-Produkte für Kunden zum original Fabrikverkaufspreis und in hoher Qualität.

right-small-red

Textilherstellung

212-trigema.jpg

Vom Baumwollfaden bis zum fertigen T-Shirt - bei Trigema passiert alles unter einem Dach.

right-small-red

Unternehmer als Patrioten

Aus: www.jungefreiheit.de
Erschienen: 06.05.2009

Jeder kennt Wolfgang Grupp. Der wohlfeile Spott über "den mit dem Affen vor der Tagesschau" bleibt inzwischen so manchem
Lobredner von shareholder value und schrankenloser globaler Arbeitsteilung im Halse stecken. Grupps Trigema liefert den
Beweis, daß Standort-Patriotismus, soziale Verantwortung und erfolgreiches Unternehmertum hervorragend zusammenpassen.

Während international "gut aufgestellte" Großkonzerne reihenweise in Bedrängnis geraten, demonstrieren mittelständische
Familienunternehmer wie Wolfgang Grupp, daß besonnenes Maßhalten und nachhaltiges Denken in Generationen weiter führt
als waghalsiges Zocken und Wachstum um jeden Preis.

Wenn Deutschland die Weltwirtschaftskrise bislang noch relativ gut überstanden hat, verdankt unsere Volkswirtschaft das vor
allem der vielfältigen, gut ausdifferenzierten mittelständischen Unternehmenslandschaft, die Arbeit und Brot bis in die
entferntesten Winkel bringt. In schwäbischen, westfälischen oder fränkischen Dörfern und Wäldern residieren international
renommierte Technologie- und Weltmarktführer, bei denen nicht Fondsmanager und Unternehmensberater das Sagen haben,
sondern der Chef.

Stabile Arbeitsplätze abseits der Metropolen

Sie schaffen stabile Arbeitsplätze abseits der Finanz- und Wirtschaftsmetropolen, sie zahlen beständig Gewerbesteuer an ihre
Kommunen, wenn Großkonzerne schon längst mit Hinweis auf ihre globalen Gewinneinbrüche mit den Achseln zucken und
Rückzahlungsrechnungen präsentieren, sie bilden das Gros der künftigen Facharbeiter aus, weil sie wissen, daß die
eigenen Lehrlinge später die besten Mitarbeiter werden.

Ginge es rational zu in der Politik, müßten die Wirtschaftsfachleute aller Parteien gerade in Krisenzeiten nichts Eiligeres
zu tun haben, als das immer noch funktionierende und stabile mittelständische Rückgrat der Wirtschaft unseres Landes
weiter zu stärken und ihm unzumutbare Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Denn auch die Mittelständler leiden unter
Kreditklemme und dramatischen Auftrags-einbrüchen.

Tatsächlich bleiben für Mittelstand und Handwerk aber nach wie vor nur Schulterklopfen und tremolierende
"Wir vergessen euch nicht"-Sonntagsreden. Wenn Hilfen und Zuwendung verteilt werden sollen, findet das laute Jammern
weniger Großkonzerne, die sich umgehend an die Rockzipfel der Politik hängen, wenn sie sich verhoben haben, allemal mehr
Gehör als das Grummeln zahlloser kleiner Firmeninhaber.

Nicht nur volkswirtschaftliche Ignoranz

Es hat nicht nur mit volkswirtschaftlicher Ignoranz und Lobbyabhängigkeit zu tun, sondern auch mit den Gesetzen der
Mediendemokratie, wenn Regierungschefs in Bund und Ländern noch immer unverdrossen den überholten Leitbildern der
Kohle-und-Stahl-Ära anhängen und im Großunternehmen das Maß aller Dinge sehen. Betriebsräte sind freilich mediengerechter
als mittelständische Verbandssprecher, und eine Versammlung aufgebrachter und auf Rettung hoffender Holzmänner oder
Opelaner gibt nun einmal die bessere Kulisse für Auftritte in Tagesschau-Meldungen ab, da sind sich alle Politiker einig.

Die Milliarden, die gebraucht werden, um auf Grund gelaufene Konzerne für eine Weile wieder flottzumachen, bis sie dann oft
genug doch noch endgültig untergehen, holen sich Politiker jeder Couleur am liebsten bei denen, die nicht weglaufen können.
Familien und Familienunternehmen, mittelständische Betriebe und ihre Angestellten und Facharbeiter aus der steuerzahlenden
Mittelschicht, sie sitzen in der Tat im selben Boot: Ihnen entzieht der Fiskus gnadenlos jene Liquidität, die er für sich
beansprucht, um seine immer weiter ausgreifenden Umverteilungsphantasien finanzieren zu können.

Während dem Durchschnittsverdiener die stetig steigende Steuer- und Abgabelast kaum noch Luft zum Atmen und eigenverantwortlichen
Handeln läßt, waren viele Maßnahmen der Großen Koalition zur schnellen Steigerung der öffentlichen Einnahmen explizit
mittelstandsfeindlich – von den Verschärfungen bei der Abrechnung von Sozialbeiträgen und Mehrwertsteuer bis zu restriktiven
Abschreibungsbedingungen und der erschwerten Geltendmachung von Zinsaufwendungen und Verlusten, die an die Substanz geht.
Zu schweigen von der Reform der Erbschaftsteuer, die mit weltfremden Fristen und Regeln Unternehmensnachfolgen gezielt erschwert.

Unersättlicher Geldhunger der öffentlichen Hand

Hinter dem unersättlichen Geldhunger der öffentlichen Hand steht ein Menschen- und Gesellschaftsbild, das dem Ideal des
mittelständischen Unternehmers grundsätzlich entgegensteht. Der totale Wohlfahrtsstaat will Macht durch Bevormundung und
Umverteilung und tendiert dazu, jedes Individuum in seiner Reichweite bevorzugt als Sozialfall und Betreuungssubjekt wahrzunehmen.

Der mittelständische Unternehmer dagegen, der soziale und wirtschaftliche Verantwortung übernimmt und für die Folgen seiner
Entscheidungen auch persönlich haftet, ist schon durch diese Risikobereitschaft das bürgerliche Gegenstück zur verräterisch
als "Verbraucher" denunzierten passiven Masse und zum Bonus-Manager, der folgenlos die Vermögenswerte anderer aufs Spiel
zu setzen vermag.

Einweg-Mentalität des nomadisierenden Finanzkapitals

Ein freiheitlicher Staat braucht freie, eigenverantwortliche Unternehmer, die der Einweg-Mentalität des nomadisierenden Finanzkapitals
das aufbauende Wirtschaften mit den vorhandenen Ressourcen entgegenstellen. Wer die Arbeit im Land halten will, sollte nicht den
Wert staatlicher Maßnahmen allein an der Zahl der verteilten und mitgenommenen Milliarden messen.

Der Patriotismus des Unternehmers kann sich freilich nicht, wie ein sozialdemokratischer Kanzler meinte, im Dableiben und Steuerzahlen
erschöpfen. Er entfaltet sich dort, wo der Staat sich auf seine Aufgabe beschränkt, die Rahmenbedingungen für verläßliches und
verantwortliches Handeln zu sichern. Sittliche Maßstäbe freilich kann kein Staat erzwingen. Sie vorzuleben und nicht durch
egoistische Partikularpolitik weiter auszuhöhlen, wäre immerhin ein Anfang.

JF 20/09


nach oben