Sie befinden sich hier
Ansprache Wolfgang Grupp zum Trigema-Betriebsfest am 30.6.2007
Meine sehr verehrten Gäste!
Meine lieben Mitarbeiterinnen!
Meine lieben Mitarbeiter!
Es gab für meine Frau und mich verschiedene Gründe, heute nach Burladingen
einzuladen: Vor 88 Jahren gründete mein Großvater die Mechanischen
Trikotwarenfabriken Gebrüder Mayer seit 38 Jahren nunmehr TRIGEMA. Meine
kleine Familie wurde am 15. Juni 2007 zusammen 140 Jahre alt und ich möchte
nicht verheimlichen, dass ich selbst dazu fast die Hälfte beigetragen
habe und im April 65 Jahre alt geworden bin. So ist es meiner Frau und mir
eine ganz besondere Freude, Sie heute hier in Burladingen auf das
herzlichste begrüßen und willkommen heißen zu dürfen, um mit uns und der
großen TRIGEMA-Betriebsfamilie diese für uns so bedeutenden Anlässe zu feiern.
Wenn wir heute offiziell 88 Jahre TRIGEMA feiern, dann möchte ich an erster
Stelle ganz besonders meines Großvaters, dem Gründer unseres Unternehmens,
der mit 60 Jahren für immer von uns gegangen ist und seiner Frau, meiner
Großmutter, gedenken.
Ich bin sicher, dass meine Großeltern mit ihren Gedanken unter uns sind
und so darf ich in dieser Stunde versichern, dass ich Ihnen, den Gründern
unseres Unternehmens, sowie allen verstorbenen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern, stets ein ehrendes Andenken bewahren werde.
Lassen Sie mich auch einen Gruß an diejenigen richten, die heute nicht
unter uns sein können – an unsere Kranken.
38 Jahre Verantwortung für die Firma TRIGEMA liegen hinter mir und mit 65
Jahren stehe ich eigentlich am Ende meines Berufslebens. Doch weil ich
selbst verantwortlich bin für meine späte Familiengründung und zu lange dem
Junggesellendasein frönte, werde ich selbstverständlich noch ein paar
Jahre anhängen, sofern mir Gott die Kraft und die Gesundheit dazu gibt, bis
meine Frau und meine Kinder meinen, dass ich mich zurückziehen sollte.
So möchte ich heute mit Ihnen, Rückblick halten auf diese 38 Jahre und
darf feststellen, dass wir, die große TRIGEMA-Betriebsfamilie, alle Probleme
während dieser Zeit gemeinsam lösen und meistern konnten. Wir haben 38 Jahre
versucht den Wandel der Zeit rechtzeitig zu erkennen. Wir haben 38 Jahre
versucht mit Flexibilität, Fleiß und Leistung unserer Aufgabe gerecht zu
werden. Wir haben 38 Jahre versucht die Probleme konstant zu lösen und damit
jedes Jahr erfolgreich abzuschließen. Und wir haben uns vor allem 38 Jahre
gegenseitig geachtet und geschätzt.
Als Unternehmer musste ich sehr schnell erkennen, dass ich Probleme nicht
alleine, sondern ausschließlich gemeinsam mit Ihnen, meinen Mitarbeitern,
lösen kann und dass Verantwortung, Leistung und Vorbildfunktion des
Unternehmers Voraussetzung für den Erfolg und damit für sichere Arbeitsplätze
sind. In meinen 38 Berufsjahren wurde mir auch bewusst, dass unser Heimatland
und damit auch Europa, unsere Produktionsarbeitsplätze auch in der Zukunft
brauchen wird; nur müssen diese Arbeitsplätze auf eine andere Basis gestellt
sein, nicht mehr Einfach- oder Standardarbeiten, sondern Arbeiten die auch
entsprechende Anforderungen an unsere Mitarbeiter stellen, nicht nur weil sie
höher bezahlt sind, sondern vor allem auch, weil sie entsprechend ausgebildet sind.
Eine Volkswirtschaft mit ausschließlich Dienstleistung wird nicht funktionieren.
Die Dienstleistung braucht die Produktion, lassen wir die Produktion abwandern,
wird auch die Dienstleistung abwandern, da die Dienstleistung nur in Verbindung
mit der Produktion möglich ist und dasselbe gilt für Entwicklung und Forschung.
Entwickelt und geforscht wird nicht am Schreibtisch, sondern ausschließlich am
Arbeitsplatz; lagern wir diese Arbeitsplätze aus, werden wir über kurz oder lang
auch Entwicklung und Forschung verlieren.
Meine lieben Mitarbeiterinnen!
Meine lieben Mitarbeiter!
Sie waren mir stets treue Mitarbeiter, haben mit mir diesen Wandel der Zeit
mitgemacht und standen mir auch in vielen schwierigen Zeiten fest zur Seite!
So war es auch für mich in diesen nunmehr fast vier Jahrzehnten nicht nur eine
Selbstverständlichkeit, sondern eine erste Pflicht, Ihnen nicht nur Ihren
Arbeitsplatz zu sichern, sondern alles zu tun, um diesen auch für die Zukunft
und somit auch Ihren Kindern garantieren zu können. So kann ich heute, mit 65
Jahren mit ein bisschen Stolz nicht nur auf die Firma TRIGEMA, sondern vor allem
auf Sie, unsere große TRIGEMA-Betriebsfamilie, blicken und deshalb ist es mir
heute, an diesem Tag, ein ganz besonderes Bedürfnis, Ihnen liebe Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter zu danken, für alles was Sie in diesen fast 40 Jahren für mich
und meine Firma TRIGEMA getan haben. Sie haben mit mir fast vier Jahrzehnte
nicht nur den Erfolg, sondern vor allem auch alle Probleme geteilt, waren stets
an meiner Seite, wenn ich Sie brauchte und waren für mich in all diesen Jahrzehnten
eine große Stütze.
Lassen Sie mich eines ganz besonders erwähnen: Mit Selbstverständlichkeit haben
Sie zum 1. Januar 2005 einer Wochenarbeitszeitverlängerung von 37 auf 40 Stunden
zugestimmt, weil Sie wie immer erkannten, dass auch wir uns diesem Wandel stellen
müssen. Als kleines Dankeschön dafür habe ich veranlasst, dass an alle Mitarbeiter,
die seit dem 01. 1.2005 bei uns beschäftigt sind, für 100%ige Anwesenheit mit dem
Juli-Gehalt zusätzlich 1.000,-- ausbezahlt werden. Teilzeitmitarbeiter, Mitarbeiter
die nach dem 01.01.2005 eingestellt wurden oder Mitarbeiter die nur teilweise anwesend
waren, erhalten diesen Betrag entsprechend anteilsmäßig.
Mein Dank gilt aber auch unseren Kunden und Lieferanten. Viele von Ihnen haben uns
seit vielen Jahren begleitet und dafür darf ich Ihnen ganz herzlich danken.
Lassen Sie mich aber auch denen danken, die schon seit Wochen und Monaten zum
Gelingen dieses Festes beigetragen haben.
Mein Dank gilt aber auch meinen Kindern Bonita und Wolfgang. Sie haben mit
Selbstverständlichkeit nicht nur ihre Vorteile, sondern vor allem auch die Nachteile
in Kauf genommen und somit bereits in jungen Jahren gezeigt, dass es ohne Leistung
keinen Preis geben kann und haben mir damit viel Freude bereitet und mir die Basis
geboten, stolz auf sie zu sein.
Nicht zuletzt möchte ich aber danken meiner lieben Frau, die mich nunmehr 19 Jahre
treu begleitet und an meiner Seite im Geschäft und zu Hause nicht nur alle Freuden und
Erfolge, sondern vor allem auch alle Sorgen und Probleme mit großer
Selbstverständlichkeit teilt.
Meine sehr verehrten Gäste!
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!
Auch wenn ich heute am eigentlichen Ende meines Berufslebens stehe, so darf ich
Ihnen dennoch versichern, dass ich auch weiterhin alles tun werde, was meine Aufgabe
von mir verlangt, damit unsere Firma TRIGEMA auch in der Zukunft erfolgreich
bestehen kann und unsere Arbeitsplätze gesichert sind.
Nun wünsche ich Ihnen, auch im Namen meiner kleinen Familie, viel Freude für den
heutigen Abend und ein paar schöne Stunden im Kreise unserer großen
TRIGEMA Betriebsfamilie!
Vielen Dank!
