hotline

Sie befinden sich hier

Trigema-Shops

map_tg_left

Trigema-Produkte für Kunden zum original Fabrikverkaufspreis und in hoher Qualität.

right-small-red

Textilherstellung

production01

Vom Baumwollfaden bis zum fertigen T-Shirt - bei Trigema passiert alles unter einem Dach.

right-small-red

Wir brauchen die persönliche Haftung

Aus: t-online.de
Erschienen: 05.04.2008

Absatzrückgang, Konsumflaute, Kreditklemme - längst bringt die Finanzmarktkrise branchenübergreifend
deutsche Firmen ins Wanken. Inzwischen müssen auch Mittelständler um ihre Existenz kämpfen.
Einer, der sein Unternehmen trotz schwieriger Wirtschaftslag auf solidem Kurs hält, ist Trigema-Chef
Wolfgang Grupp. Trigema ist nach eigenen Angaben Deutschlands gröAzter T-Shirt- und Tennisbekleidungshersteller
und produziert ausschlieAzlich in Deutschland. Mit t-online.de/business sprach Grupp über unternehmerische
Verantwortung, gefährlichen GröAzenwahn und Auswege aus der Krise "made in Germany".


t-online.de/business: Herr Grupp, Deutschland steckt tief in der Finanzkrise. Auch der Mittelstand gerät in den
Abwärtsstrudel " worin sehen Sie den Ursprung der Krise?

Wolfgang Grupp: Ganz klar " im Diktat des Shareholder-Values. Es geht nur noch um kurzfristige Gewinne.
Manager erhalten Millionen unabhängig von Erfolg oder Misserfolg. Es kann nicht angehen, dass Gewinne privatisiert
und Verluste sozialisiert werden. Wer viel Geld verdienen will, muss auch für seine Entscheidungen gerade stehen.

Und wie soll das funktionieren?
Uns fehlen Werte, Verantwortung und eine persönliche Haftung der Unternehmensführer. Steht ein Unternehmer mit
seinem eigenen Vermögen für seine Entscheidungen gerade, dann wird er sich wohl überlegen, was er tut. Er wird
durchdachter handeln und nicht dem GröAzenwahn verfallen. Wenn Trigema also ein Problem bekommt, dann kann es nur
einen Schuldigen geben, nämlich mich!

Hat Trigema denn aufgrund der Finanzkrise schon Probleme?
Aktuell merken wir von der Finanzkrise noch nichts. Generell sind Probleme dazu da, dass man sie löst. Es hat sich
in der Textilbranche viel geändert in den letzten Jahren und wir mussten den Wandel der Zeit stets rechtzeitig
erkennen.

... und konkret heiAzt das?
Das gröAzte Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit. Arbeitslose können nicht mehr einkaufen und das erste, woran
gespart wird, sind Textilien. Kleidung ist dann nicht mehr so wichtig. AuAzerdem können die Menschen beim Discounter
letztlich ihren Bedarf mit billigen Waren decken. Auch wir sind verständlicherweise abhängig von der Konsumkraft
im Inland.

Und wie begegnen Sie diesem Problem?
Schon seit 40 Jahren garantiere ich unsere Arbeitsplätze. Nur wer Einkommen hat, kann sich auch etwas leisten.

Was halten Sie der Billigproduktion entgegen?
In einem Hochlohnland ist es wichtig, immer neue innovative Produkte zu haben, bei denen der höhere Lohn dann auch
gerechtfertigt ist. Ein Hochlohnland kann sich keine Massenproduktion leisten; es braucht elitäre Produkte.
Entwicklung und Forschung sind wichtig für Deutschland, mit der Marke "Made in Germany" haben wir groAze Chancen.
Diese steht für Qualität, Pünktlichkeit und Sicherheit.

Und wie sieht es mit der Finanzierung bei Trigema in der Krise aus?
Mich tangiert die Finanzkrise nicht. Ich halte nichts von Aktien. Wir bezahlen unsere Rechnungen stets sofort und
bekommen dadurch bessere Konditionen. Trigema ist 100 Prozent eigenfinanziert.

Was kann denn der Mittelstand tun, um ohne Blessuren aus der Krise zu kommen?
Der GröAzenwahn der Unternehmen sollte eingedämmt werden. Brauchen wir denn wirklich dieses konstante Wachstum?
Besser zehn Mittelständler mit 1000 Mitarbeitern, die dafür aber ihre Arbeitsplätze garantieren, als ein
Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern, das dann irgendwann Entlassungen vornimmt, weil die Verantwortlichen keinen
Asberblick mehr haben.

Welche Mittel könnte der Staat nutzen, um deutsche Unternehmen zu stützen?
Der Staat muss nicht in die Wirtschaft eingreifen, er muss nur die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Er sollte
aber steuerliche Anreize für die Unternehmer schaffen, die persönlich haften und ihnen zum Beispiel 50 Prozent
Rabatt auf die Einkommenssteuer geben.

Wie sieht denn der Ausweg aus der Krise aus?
Wir brauchen so genannte Gründerunternehmer, die wieder mit Disziplin, Leistung, Verantwortung und Motivation
vorangehen. Es muss klar sein, dass Abzockern keinen Platz mehr in unseren Unternehmen geboten werden darf. Manager
sollten für Fehlentscheidungen mit ihren Bezügen haften!


Das Gespräch führte Claudia Wenhardt-Bucci

Zur Person
Wolfgang Grupp ist alleiniger Geschäftsführer und Inhaber des Textilunternehmens Trigema im schwäbischen Burladingen.
Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1919. 1969 übernahm Grupp das Unternehmen von seinem Vater. Mittlerweile
beschäftigt das Unternehmen rund 1200 Mitarbeiter und produziert ausschlieAzlich in Deutschland. Trigema musste nach
eigenen Angaben in den letzten 38 Jahren weder Mitarbeiter wegen Arbeitsmangel entlassen noch Kurzarbeit anmelden.


nach oben