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GREEN FESTIVAL

Green Festival  – aber bewusst und nachhaltig

Wohooo! Die Festival-Saison ist eröffnet. Ob Southside, Rock im Park, Wacken oder Summer Breeze – die Festivalkultur in Deutschland ist groß und hat Tradition. Nicht nur die Mega-Veranstaltungen ziehen massenweise Festival-Liebhaber an. Und wir pilgern, mit Bollerwagen voller Bierdosen, Einweggrills, Plastikzelten und palettenweise Dosen-Ravioli. Und wenn alles nach 2 – 3 Tagen Party-Wochenende vorbei ist, bleibt das Aufräumen. Tonnenweise Müll, vom Plastik-Geschirr bis hin zu abgebrannten Zelten, alte Gaskocher und Luftmatratzen liegen auf den Wiesen herum. Viele von uns achten im täglichen Leben ja schon auf eine ökologische und nachhaltige Lebensweise, warum also nicht auch beim Feiern? Sobald wir heimischen Gefilde verlassen und andere für unseren Müll verantwortlich sind, verhalten wir uns wie die Axt im Walde – muss das denn sein? Es geht auch anders!

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Hier findest Du den Festival-Kalender für 2018 – plane Deine nachhaltige Festivalsaison!

Wir haben hier ein paar kleine Denkanstöße und Tipps für Dich, wie Du Deine Festivalsaison ausgelassen genießen kannst, ohne dabei Deine Mitmenschen und die Umwelt aus den Augen zu verlieren.

 

10 Denkanstöße für Deine Green Festival Saison

  1. Die Anreise

Bei der Anreise geht es schon los. Nähere oder mittlere Entfernungen kannst Du ruhig mal mit der Bahn zurücklegen, anstatt mit dem Auto. Meist ist es sogar günstiger und Du triffst auf dem Weg schon andere Festival-Gänger. Außerdem gibt es in vielen Bundesländern vergünstigte Länder- oder auch Ferientickets mit denen ganze Gruppen zusammen fahren können. Also tut Euch zusammen! Und wenn es doch das Auto oder der Camping-Bus sein muss, bildet Fahrgemeinschaften. In etlichen Foren, Mitfahrzentralen oder schon auf den Websites der einzelnen Festivals gibt es Möglichkeiten sich zusammen zu schließen. Der tolle Nebeneffekt ist auch hier: nette, neue Leute kennenlernen mit denen Du mindestens eins schon mal gemeinsam hast: die Festival-Liebe.

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  1. Das Campen

Einige größere Festivals bieten schon separate Campingflächen an, als sogenanntes „Green Camping“, wo sehr viel Wert auf Sauberkeit, müllfreies Gelände und auch auf eine gewisse Nachtruhe gelegt wird. In diesen Bereichen gibt es meistens schon Container zum Trennen von Müll und es ist mehr Platz vorhanden als auf dem normalen Campingplatz. Auch die sanitären Anlagen sind hier oft sauberer. In den meisten Fällen ist das Green Camping nur nach vorheriger Anmeldung möglich, dafür kostenlos. Du gehst hier einfach die Verpflichtung ein, Dich so zu verhalten wie es in der jeweiligen Ordnung festgelegt ist. Diese kannst Du auf den Websites der Festivals schon vorab lesen und Dich darauf vorbereiten. So schwer ist es nicht, entspannt zu campen.

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  1. Wasser

Ja, richtig. Auf den allermeisten Festivals ist Glas streng verboten (auf den Campingplatz darfst Du aber deine Marmeladegläser meist mitnehmen)– und das ist auch gut so! Trotzdem gibt es sehr viele Möglichkeiten wiederverwendbare Behältnisse zu besorgen in denen Du Deinen Wasservorrat mitbringen kannst. An erster Stelle ein Kanister für Wasser zum Kochen, Zähne putzen etc. Unkaputtbare Flaschen aus Metall oder in dem Fall auch gerne mal die PET-Flasche zum Auffüllen oder sogar Trinkbeutel, die Du dann auch problemlos aufs Festivalgelände mitnehmen darfst. Die meisten Festivals sind mit Trinkwasser-Stationen ausgerüstet, an denen Du Deine Behälter jederzeit wieder füllen kannst. Am besten machst Du Dich vorher schon schlau, wo diese sind, Du findest sie in den Lageplänen oder im Internet.

 

  1. Das Essen

Lange vorbei sind die Zeiten, als wir uns nur von Pommes, Currywurst und Dosenravioli ernährt haben. Die Angebote sind heutzutage weit vielfältiger geworden. Aber ab und zu ist es doch schwierig sich ordentlich und gesund zu versorgen, denn oft ist ja auch die Kasse knapp oder die Du möchtest von vornherein als Selbstversorger auf das Festival gehen. Es ist immer clever ein paar Basics mitzunehmen, die nicht verderben. Trockene Lebensmittel eignen sich da am besten. Müsli, Knäckebrot, Waffeln sind ein paar davon. Es gibt auch einige unverderbliche Brotaufstriche im Glas. Und natürlich die allseits beliebten und bekannten Ravioli in der Dose. Allerdings sind die doch sehr müllintensiv. Wenn Du als Selbstversorger unterwegs bist, verzichte auf Einweg Plastikgeschirr und Besteck, es gibt geniale Lösungen aus Bambus, oder auch das gute alte Camping-Geschirr aus Melanin. Das ist einfach sauber zu machen, hält ewig und ist auch nicht viel schwerer als das Einwegvariante.
Auf einigen großen Festivals wird schon eine tolle Sache angeboten: Foodsharing-Stationen! Dort kannst Du super Lebensmittel tauschen, abgeben was Du übrig hast, oder bekommen was Du eventuell vergessen hast. Wenn am Ende etwas übrig ist, kannst Du es auch spenden, denn auf manchen Festivals sammeln z.B. die „Tafel“ oder „AWO“ und andere Hilfsorganisationen in eigens dafür bereit gestellten Containern, das was Du nicht mehr brauchst! Also bitte Leute, Essensreste oder übrige Lebensmittel nicht einfach auf der Wiese liegen lassen, das lockt nicht nur Ungeziefer an, es ist auch noch Verschwendung und sehr eklig für die, die es wieder aufräumen müssen!

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  1. Pfand sammeln für den guten Zweck

Und wenn Du doch Dosen oder ein paar Pfandflaschen dabei hast, die Du nicht mehr mit nach Hause nehmen möchtest, halte Ausschau nach den geeigneten Tonnen. Meist sind eigens Pfand-Container am Start, wo das hineingehört. Auf vielen Festivals ist auch „Viva con Agua“ dabei – eine Organisation, die auf großen Veranstaltungen Pfand einsammelt und den Erlös dann für gute Zwecke spendet. Hier gibt es Infos dazu und eine Liste der Festivals auf denen Viva con Agua vor Ort ist. Wenn Du also mal nicht weißt wohin mit dem Becher oder der Dose, suche einfach nach den blauen Fähnchen und Tonnen mit denen die Jungs und Mädels auf dem Gelände unterwegs sind. Du bist es los und hast noch eine gute Tat getan!

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Viva con agua – und auf welchen Festivals Du sie findest!

 

  1. Das Örtchen

Wie widerlich die verhassten Dixi-Klos sind, muss ich, glaube ich, keinem erzählen. Um diese zu reinigen ist auch noch die pure Chemiekeule nötig, abgesehen mal von der Chemie, die schon von vornherein drin steckt. Aber es gibt Hoffnung! Auf einigen Festivals gibt es schon die sogenannten „Goldeimer“! Ekelfreie, mobile, Kompost-Toiletten. Holzhäuschen der Firma „Goldeimer“. Sie stehen für geschlossene Wertstoff-Kreisläufe, denn sie verwandeln die Häufchen in Humus, ganz ohne Chemie. Wenn Du also die Wahl hast, dann nutze sie, auch wenn diese einen kleinen Obulus kosten. Der Erlös der Goldeimer kommt Projekten wie Viva con Agua oder der Welthungerhilfe zu Gute!

 

  1. Hygiene

Auch die Zeiten, in denen man einfach nicht geduscht hat auf einem Festival sind schon lange vorbei. Hygiene ist wichtig und nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Was kannst Du auf einem Festival aber tun, um die tägliche Körperpflege zu bekommen und dabei die Umwelt nicht zu belasten? Biologisch abbaubare Shampoos und Duschgels benutzen zum Beispiel, oder biologische Spülmittel verwenden. Dann vor allem, wenn die Abwässer direkt in der Natur landen ist das eine prima Alternative. Verzichte am besten auch auf Hygieneartikel, die Mikroplastik enthalten und lasse Deinen Müll vor allem nicht einfach liegen. So etwas wie Brillenputztücher, feuchte Kosmetiktücher, mögen zwar erst mal sehr praktisch sein, sind aber das reine Gift für die Umwelt.

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  1. Müll

Solche Massenspektakel hinterlassen meist große Spuren und das sind vor allem Berge an Müll! 15kg pro Nase im Durchschnitt. Zerfetzte Zelte, kiloweise alte Dosen, haufenweise einzelne Schuhe, zerrissene Schlafsäcke und noch vieles und noch vieles Unvorstellbares mehr. Oft wird auf den Festivals ein Müllpfand erhoben, um dem Müll-Chaos zumindest ein bisschen Herr zu werden, allerdings ist das Problem dadurch meist nur in geringem Maße eingedämmt. Der Appell ist daher ganz klar: nimm Deine Hinterlassenschaften mit, oder versuche gleich von vornherein so wenig Müll wie möglich zu produzieren! Damit tust Du nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern vor allen denjenigen, die hinter Dir aufräumen müssen. Eine clevere Lösung auf manchen Festivals: Miet-Zelte! Buche für Dich und Deine Freunde gleich schon einen strategisch günstigen Platz, spare Gepäck und Stress bei Auf- und Abbau! Außerdem bezahlst Du hier eine Kaution, die Du nur zurückerhältst, wenn Du das Zelt in ordentlichem Zustand wieder übergibst., somit ist auch sinnlosem Vandalismus schon vorher vorgebeugt. Ansonsten: nutze die Entsorgungsmöglichkeiten und hinterlasse Deinen Platz bei der Abreise sauber!

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  1. Handy / Tablet und Co.

Wer lässt heutzutage schon sein Handy, Tablet, Kamera, Uhr etc. zu Hause? Die Folge: Kabelsalat, leere Akkus, Batterien, verlorene Stecker, kaputte Smartphones… Alles Sondermüll und oft sehr ärgerlich für den Besitzer, wenn die Geräte kaputt oder verschwunden sind. Vor allem lästig ist auch die ständige Suche nach Strom. Meist hält so ein Handy-Akku ja doch nicht länger als einen Tag. Besorge Dir eine Ladestation mit mehreren Adaptern und Solarfunktion. Das spart nicht nur Platz, sondern ist auch praktisch. Die Festival-Saison hat im Sommer Hochkonjunktur und da scheint doch oft genug die Sonne. Auch Powerbanks sind eine gute Alternative, mit ein paar Akkuladungen hast Du meist genug dabei. Und vor allem: Lass unnötige Geräte doch einfach zu Hause! Wofür brauchst Du Laptop oder Tablet, wenn es eigentlich darum geht draußen, zusammen mit Freunden zu feiern und Spaß an Musik und Party zu haben. Es gibt unter Euch auch sicher diejenigen, die mit Anlage und Autobatterie anreisen, um den Campingplatz zu beschallen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, aber denkt daran, dass Autobatterien nicht in den Müll und vor allem nicht auf die Wiese gehören, sondern fachgerecht entsorgt werden wollen!

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  1. Wetter

Ja, wir kennen es alle. Jeder ist schon auf einem Festival „abgesoffen“ – Gewitter, Platzregen, Sturm oder einfach nur Dauerregen – davor ist auch keiner gefeit. Und dann wird improvisiert, Plastiktüten, Müllsäcke, Gaffa-Tape… alles was ein bisschen Wasser abhält. Und wenn es aufhört zu regnen – ab auf die Wiese oder in den Müll damit. Investiere doch lieber einmal in eine ordentliche Regenjacke und in ein Paar gute Gummistiefel, wer sagt denn, dass man die nur bei Regen anziehen kann? Diese werden Dir wahrscheinlich auch weit mehr als eine Saison gute Dienste leisten. Abgesehen davon kannst Du sie auch bei anderen Gelegenheiten nutzen! Für einmaligen Gebrauch sind z.B. Regenponchos aus Kartoffelstärke eine biologisch abbaubare Alternative.

 

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Die Veranstalter können schon eine Menge bieten in Puncto Nachhaltigkeit, aber wie Du siehst, steht und fällt alles mit Dir als Besucher. Wenn Du nur diese paar Kleinigkeiten beherzigst und Dir vorab schon ein paar Gedanken machst, ist schon viel erreicht und Du kannst den Festivalsommer so richtig genießen. Nutze bestehende Angebote und zeige, dass sich die Mühen der Veranstalter lohnen. Und animiere auch andere dazu, denn das ist die einzige Möglichkeit miteinander dafür zu sorgen, dass unsere Feier-Wut und Festival-Liebe mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu vereinen ist.

 

TIPPs für das perfekte Festival-Outfit:

2-3 legere Basic T-Shirts / Tank Tops
1 kurze bequeme Hose
1 lange bequeme Hose
1 Paar bequeme Feier-Schuhe
1 Jacke – je nach Jahreszeit und Temperatur
1 Paar gute Gummistiefel
1 gute leichte Regenjacke
1 Cappy (gegen Sonne oder Regen)

 

 

 

 

Accessoires: Sonnenbrille (gibt es aus Holz!), Bambusbesteck, Trinkflaschen aus Alu, Bauchtasche oder kleiner Rucksack, Naturkosmetik, Sonnencreme

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Zu guter Letzt möchte ich Dir noch ein tolles kleines Festival ans Herz legen, dessen Veranstalter in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit mächtig aufrüsten. Das Mini Rock Festival in Horb am Neckar in Baden-Württemberg. Das familiäre Festival findet heuer zum 14. Mal traditionell am ersten August-Wochenende statt und zieht täglich etwa 6000 Besucher an, wovon rund 4000 Dauergäste und Camper über 3 Tage hinweg sind. Das Mini Rock Festival wird von einem Verein junger Menschen ehrenamtlich mit großer Leidenschaft ausgerichtet, wobei sich die Organisatoren mittlerweile viele Gedanken um Zukunft, Energie und Nachhaltigkeit machen. Eine Green Camping Fläche gehört zum Programm, Pfandstationen, Deluxe-Toiletten sind auf dem Gelände zu finden, Viva con Agua ist fester Bestandteil und auch weitere Pläne in Puncto Umweltschutz werden geschmiedet. Unter anderem wird es auch Leute geben, die mit von Künstlern gestalteten großen Mülltonnen ständig auf dem Gelände unterwegs sind!  Das Feier-Wochenende lockt mit unterschiedlichen Musikrichtungen ein breites, junges Publikum an und ist mittlerweile ein absolutes Muss für Festival-Liebhaber, vor allem in Baden-Württemberg!

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Somit, viel Spaß beim Feiern, genießt die Saison ausgelassen mit Herz und auch ein wenig Verstand!

 

 

 

Kommentare (1)

  • Volker Kockskämper
    am 7. Juni 2018 um 18:03 Uhr

    Danke für die Infos zur Festikete. Ich habe diese gleich meinem Sohn weitergeleitet, der demnächst wieder eins besucht.
    Viele Grüße
    Volker

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