{"id":8139,"date":"2020-07-29T15:06:55","date_gmt":"2020-07-29T13:06:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.trigema.de\/magazin\/?p=8139"},"modified":"2022-05-04T11:57:46","modified_gmt":"2022-05-04T09:57:46","slug":"umdenken-in-der-modefotografie-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.trigema.de\/magazin\/umdenken-in-der-modefotografie-interview\/","title":{"rendered":"Umdenken in der (Mode)Fotografie &#8211; Interview mit unserer Fotografin"},"content":{"rendered":"<span class=\"rt-reading-time\" style=\"display: block;\"><span class=\"rt-label rt-prefix\">Lesedauer ca. <\/span> <span class=\"rt-time\">4<\/span> <span class=\"rt-label rt-postfix\">Minuten<\/span><\/span><p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Die Corona-Krise trifft viele Branchen auch da, wo man es nicht erwarten w\u00fcrde. So musste auch TRIGEMA unter der Corona-Krise die Fotoproduktion ab\u00e4ndern, denn auf engstem Raum mit Models zusammen zu arbeiten, geht aktuell kaum. Bilder m\u00fcssen trotzdem f\u00fcr unseren Onlineshop und unsere sozialen Medien her. Wie die L\u00f6sung von TRIGEMA aussah. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Alex: An dieser Stelle begr\u00fc\u00dfe ich unsere Fotografin: Hallo Nadine, sch\u00f6n dass Du da bist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Nadine: Hallo Alex, vielen Dank, dass ich hier sein darf. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Alex: Um unsere MitarbeiterInnen und Models vor COVID-19 zu sch\u00fctzen, haben wir unsere <strong>Fotoproduktion umgestellt<\/strong>. Wie hat sich der Shutdown denn auf unsere Fotoproduktion ausge\u00fcbt? Wie machen wir das jetzt mit den Bildern f\u00fcr den n\u00e4chsten Katalog?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Nadine: Wir haben f\u00fcr den Herbst\/Winter Katalog 20\/21 erst ganz normal eine <strong>Fotobesprechung<\/strong> gef\u00fchrt und dann mit der Planung begonnen. Das Thema COVID- 19 war schon l\u00e4nger ein Thema, aber ich kann mich gut daran erinnern, dass von einem auf den anderen Tag alles Kopf stand durch den Shutdown! Erst wusste man nicht wie es weitergeht, ganz zu schweigen davon, ob wir \u00fcberhaupt in der Abteilung der Werbung weiterarbeiten k\u00f6nnen. Termine mit Locations und Models mussten abgesagt werden. Das war ein ziemlicher Zeitdruck, da der Katalog eine Abgabefrist f\u00fcr den Druck hat. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Eine Besprechung in der Abteilung ergab dann, dass wir die neue <strong>Kollektion leider nicht an Models fotografieren<\/strong> d\u00fcrfen und k\u00f6nnen, also musste eine L\u00f6sung her. So haben wir unsere Kollektion an Schaufensterpuppen in unserem Hauseigenen Fotostudio fotografiert. Vor allem f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.trigema.de\/?em_src=socialmedia&amp;em_cmp=Magazin\/Beitrag\/umdenken-in-der-modefotografie-interview\">www.trigema.de<\/a> haben wir auch sogenannte Leger Teaser erstellt. Hier wird die Kleidung am Boden anschaulich drapiert und mit Dekoration zu einem sch\u00f6nen Zusammenspiel abgerundet. Fotografiert wird dann von oben, auf einer Leiter stehend.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8175\" src=\"https:\/\/www.trigema.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Leger-Boden-min-960x480.jpg\" alt=\"Kleid und Pullover auf dem Boden\" width=\"960\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.trigema.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Leger-Boden-min-960x480.jpg 960w, https:\/\/www.trigema.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Leger-Boden-min-660x330.jpg 660w, https:\/\/www.trigema.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Leger-Boden-min-480x240.jpg 480w, https:\/\/www.trigema.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Leger-Boden-min-768x384.jpg 768w, https:\/\/www.trigema.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Leger-Boden-min-24x12.jpg 24w, https:\/\/www.trigema.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Leger-Boden-min-48x24.jpg 48w, https:\/\/www.trigema.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Leger-Boden-min.jpg 1320w\" sizes=\"(max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/p>\n<h1>Hygienema\u00dfnahmen verhindern Doppelfotos<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Alex: Ich habe neulich einen Bericht gelesen, dass einige Fotografen jetzt durchs Fenster fotografieren, da ist also eine Scheibe zwischen Fotograf und Model. W\u00e4re das nicht bei uns auch denkbar gewesen? Wie gehen andere Fotografen und Fotografinnen mit der derzeitigen Situation um?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Nadine: Ich glaube nicht, dass das Problem zwischen Fotograf und Model liegt, dass dies mit einer Glasscheibe zu l\u00f6sen gewesen w\u00e4re. Das eigentliche Problem ist, dass eine <strong>Fotoproduktion oft aus einem gr\u00f6\u00dferen Team<\/strong> besteht. Hier den Abstand von 1,5 m zu halten, ist wirklich schwierig. Die Visagistin und Stylisten kommen dem Model ja wirklich sehr nah, hier sind aufwendige Hygienema\u00dfnahmen notwendig. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Des Weiteren ben\u00f6tigen wir auch Doppelaufnahmen. Das bedeutet ein Bild, auf dem Mann und Frau zu sehen sind. Auch die, w\u00e4ren durch die Abstandsregelungen nicht m\u00f6glich, da wir keine Models dem Risiko aussetzen, aber auch keine Bilder mit Masken wollten. Andere Fotografinnen in meinem Umfeld haben knapp 7 Wochen nicht gearbeitet und wurden \u00fcber Kurzarbeit bezahlt!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Alex: Es ist ja so, dass wir bereits im Herbst die kommende Fr\u00fchjahr-\/Sommerkollektion fertig haben. Normalerweise shooten wir dann die Bilder zum Beispiel in S\u00fcdafrika. Da kommt man aber im Moment schlecht hin. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Nadine: Das ist richtig, im letzten Jahr haben wir unsere <strong>Fr\u00fchjahr\/Sommer Kollektion in S\u00fcdafrika<\/strong> fotografiert. Die Saison beginnt dort im Oktober und dauert bis Mai des folgenden Jahres an. Dort ist es perfekt, um sonnige Strandfotos aufzunehmen, da es dort wettertechnisch sehr best\u00e4ndig ist. In den k\u00fchlen Wintermonaten wandern selbst viele Models aus Deutschland nach S\u00fcdafrika aus, um dort zu arbeiten. Wie es dieses Jahr aussieht und ob wir im Oktober dar\u00fcber nachdenken k\u00f6nnen im Ausland die neue Kollektion zu fotografieren ist noch unklar.<\/span><\/p>\n<h1><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Fragen zur Passion<\/span><\/h1>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Alex: Wie bist du zur Fotografie gekommen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Nadine: Ich habe mein Fachabitur in Gestaltung gemacht und das damit verbundene Praktikum in einer Werbeagentur absolviert. In meiner Klasse gab es jemanden der in Verbindung mit der Schule bei einem Fotografen sein Praktikum gemacht hat. Jedes Mal, wenn wir unsere Berichte abgaben, wollte ich sofort seine Mappe sehen. Sie war immer total interessant. Da wusste ich, dass ich meine Ausbildung bei einem Fotografen machen m\u00f6chte, um so interessante Dinge auch zu erlernen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Alex: Was macht ein gutes Foto aus?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Meine pers\u00f6nliche Meinung ist, den perfekten Moment erwischen zu m\u00fcssen. <strong>Echte Emotionen<\/strong> machen ein gutes Bild aus. Die Technik kann noch so gut sein, wenn dem Bild das emotionale Grundger\u00fcst fehlt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Alex: Was unterscheidet die Modefotografie von zum Beispiel der Landschaftsfotografie? Abgesehen vom Motiv.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Nadine: Bei der Landschaftsfotografie geht viel von der Stimmung aus und es wird viel mit Langzeitbelichtungen gearbeitet. Dort muss man meist zu den ung\u00fcnstigsten Zeiten fotografieren um die Stimmung einzufangen. Wie zum Beispiel beim Nebel im Morgengrauen. Bei der Modefotografie geht es darum, das Produkt gut zu inszenieren. Es muss gut am Model sitzen und der Kunde muss es gut erkennen k\u00f6nnen. So kann der <strong>Kunde sich damit identifizieren<\/strong> und im besten Fall regt es zum Kauf an.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Alex: Das Foto kommt ja nicht direkt perfekt aus der Kamera. Da steckt noch eine Menge Arbeit dahinter, oder?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Nadine: Das stimmt! Wir fotografieren ein Kollektionsteil an der Location ca. 40x. F\u00fcr den Katalog und Online, w\u00e4hlen wir dann das beste Foto aus und das wird dann bearbeitet. Tot-retuschiert wird bei uns aber nicht, sondern nur blaue Flecken oder kleine Hautunreinheiten entfernt, die die Visagistin mit Schminke nicht abgedeckt bekommen hat. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Alex: Fr\u00fcher gab es noch Filme in den Kameras, die anschlie\u00dfend erst mal entwickelt werden mussten. Ist das Fotografieren heute durch modernere, digitale Technik einfacher geworden?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Nadine: Ja, auf jeden Fall! Ich wei\u00df wovon ich rede, denn ich habe noch alles von der Pieke aus gelernt. Fr\u00fcher war es tats\u00e4chlich so, dass bei den Fotos alles sitzen musste. Es konnte im Nachhinein nichts mehr bearbeitet werden. Eine Hand-Retusche war m\u00f6glich, erforderte aber viel Geschick und vor allem K\u00f6nnen. In der heutigen Zeit hat es sich einfach gewandelt, der <strong>Fotograf ist viel flexibler<\/strong> und kann mehr ausprobieren. Das Foto kann sofort begutachtet werden und st\u00f6rende Details k\u00f6nnen ge\u00e4ndert werden oder das Foto wird einfach nochmal aufgenommen. Das bringt nat\u00fcrlich auch mit sich, dass der Beruf des Fotografen gef\u00e4hrdet ist, da jeder meint er k\u00f6nne fotografieren.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Alex: Vielen Dank Nadine f\u00fcr Deine Zeit! Es war wirklich sehr interessant. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Nadine: Ja, sehr gern!<\/span><\/p>\n<h2>Update vom 13.07.2020<\/h2>\n<p>TRIGEMA hat kurzfristig noch eine L\u00f6sung gefunden, wie wir Bilder ohne Maske produzieren k\u00f6nnen. Somit startete die Fotoproduktion mit einigen ausgew\u00e4hlten Outfits und einem Model-Paar, das im selben Haushalt wohnt. So war auch Kuscheln und Shooten ohne Maske m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span class=\"rt-reading-time\" style=\"display: block;\"><span class=\"rt-label rt-prefix\">Lesedauer ca. <\/span> <span class=\"rt-time\">4<\/span> <span class=\"rt-label rt-postfix\">Minuten<\/span><\/span> Die Corona-Krise trifft viele Branchen auch da, wo man es nicht erwarten w\u00fcrde. So musste auch TRIGEMA unter der Corona-Krise die Fotoproduktion ab\u00e4ndern, denn auf engstem Raum mit Models zusammen zu arbeiten, geht aktuell kaum. Bilder m\u00fcssen trotzdem f\u00fcr unseren Onlineshop und unsere sozialen Medien her. Wie die L\u00f6sung von TRIGEMA aussah. 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