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Kleidung mit Geschichte – Die Marlenehose

Lesedauer ca. 3 Minuten

Täglich tragen wir die unterschiedlichsten Kleidungsstücke, aber wissen nicht, woher sie stammen und welche Geschichte sich hinter ihnen verbirgt. In unserer mehrteiligen Serie beleuchten wir immer ein bestimmtes Kleidungsstück, das eine historische Entwicklung durchlebte. In diesem Blog-Beitrag geht es um die Marlenehose. Wie sieht sie aus? Wieso heißt sie so? Und warum hat sie eine historisch bedeutende Entwicklung durchlebt?

Was ist eine Marlenehose?

Die Marlenehose ist eine taillierte Hose mit weitem Bein. Im Gegensatz zur Culotte endet das Hosenbein unterhalb des Knöchels. Durch den hohen Bund wirkt die Marlenehose sehr feminin und elegant, wodurch sie gern im Büro getragen wird. Sie kaschiert und streckt durch Bügelfalten das Bein. Ursprünglich war die weite Hose aus Wollstoff gefertigt. Heute gibt es sie in vielen verschiedenen Varianten und Stoffgemischen wie beispielsweise Leinen, Polyester oder sogar robustem Denim-Stoff.

Marlenehose von TRIGEMA mit Band zum Binden

Geschichtlicher Hintergrund

Bis zum Ersten Weltkrieg galt ein Hosenverbot für Frauen. Durch die wirtschaftliche Lage waren die Damen jedoch gezwungen zu Arbeiten – ein Kleid war bei körperlicher Arbeit allerdings sehr ungeschickt, daher trugen Arbeiterinnen in Fabriken Overalls. Im öffentlichen Dienst trugen die Fragen im Winter eine Uniform mit langer Hose. Außerhalb der Arbeit galt allerdings weiterhin ein Rockzwang, da eine Hose an einer Frau gesellschaftlich nicht akzeptiert wurde.

Woher der Name?

Der Begriff „Marlenehose“ geht auf eine Schauspielerin und Sängerin namens Marlene Dietrich zurück. Da in den Goldenen Zwanzigern keine Hosen für Damen hergestellt wurden, griff die Schauspielerin im Film „Marokko“ auf Männerbekleidung zurück und löste damit einen Skandal aus. Hosen symbolisierten Stärke und Selbstbewusstsein – Frauen im Hosenanzug waren revolutionär und spiegelten die erlangte Unabhängigkeit der Damen von den Herren wider.

Hose mit weitem Bein gibt es nur aufgrund von Marlene Dietrich.

Als Marlene Dietrich den Herrenanzug auch 1931 auf der Straße trug, war die allgemeine gesellschaftliche Reaktion (beinahe) ausnahmslos negativ. Einige bildende Künstlerinnen und Schauspielerinnen folgten Dietrichs Beispiel. Den Herren der Gesellschaft war die weite Hose an Damen ein Dorn im Auge.

Gesellschaftliche Akzeptanz

Erst im Zweiten Weltkrieg wurden arbeitende Frauen in Hosen akzeptiert. Bis der Rockzwang aber endgültig Geschichte war und die Dame mit Hose auch außerhalb der Arbeit gesellschaftliche Akzeptanz erfuhr, vergingen noch einmal ca. 15 Jahre. Erst 1960 kam die Jeanshose und der Hosenanzug für Damen in Mode.

Heutige Marlenehose

Ohne Marlene hätten wir wohl noch viel länger eine Rockpflicht. Sie revolutionierte die Bekleidung für die Frau und schaffte ein Umdenken in der Mode. Heute ist die weite High Waist Hose nicht nur wegen ihrem weiten Schnitt sehr beliebt. Durch hohe Taille und weitem Bein ist das Modell eine ideale Sommerhose (bspw. aus Leinen) und kann durch Bügelfalte und elegant schimmernden Stoff auch mit andern Business-Hosen mithalten.

Culotte ist die kürzere Version von Der Marlenehose. Dennoch weit, locker und vor allem lässig.

Wer kann die Marlenehose tragen?

Ehrlich gesagt jeder! Das längere Modell der Culotte kaschiert kleine Problemzonen wie Oberschenkel, Waden und Bauch. Kleinere Personen könnten auf hohe Schuhe zurückgreifen, da die den Körper strecken. Flaches Schuhwerk staucht zwar den Körper, lässt den Look allerdings cool und lässig wirken. Kürzere Oberteile strecken die Beine wiederum. Enge Oberteile verleihen dem Outfit einen eleganten Touch und ein gerade geschnittenes Shirt vollendet ein gelungenes Sommeroutfit.

Fortsetzung folgt …

Die Marlenehose ist ein tolles Kleidungsstück mit revolutionärer Geschichte. In weiteren Beiträgen zu unserer Serie „Kleidung mit Geschichte“, werden wir noch andere Modelle beleuchten, hinten denen viel mehr als nur ein Stück Stoff steckt. Gib uns gern Feedback in den Kommentaren, wie Dir dieser Beitrag gefallen hat. Über welches Kleidungsstück würdest Du gern mehr Historisches erfahren? Wir freuen uns immer über einen Austausch!

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