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Das kleine 1×1 der Farbpsychologie

Das saftig, blutrote Fleisch im Supermarkt lacht uns regelrecht an. Ehe man sich versieht, landet es im Einkaufswagen. Und die Bio Produkte sind natürlich alle grün verpackt oder mit einem grünen Stempel versehen. Genauso wie die Logos der Banken immer blau sind, der Kittel des Arztes immer weiß und Strom gelb ist. Alles zur und über die Farbpsychologie, findest Du in diesem Beitrag.

Die Farbpsychologie nutzt der Werbung

Was Farben aussagen und welche Assoziationen sie hervorrufen können, spielt tagtäglich eine größere Rolle, als wir uns vorstellen können. In Design, Werbung, Verkauf und im täglichen Leben wird die Farbpsychologie auf verschiedensten Ebenen, meist sehr subtil eingesetzt. Das was in unserem Kopf dabei passiert, geschieht unterbewusst und fast nebenbei. Wir lassen uns durch Farben und deren Kombinationen und Wirkung leiten und lenken. Natürlich gibt es zu viele Abstufungen, Mischungen und Farbtöne um alle nennen zu können, aber wir wollen uns hier mal die wichtigsten vornehmen und anschauen, wo, wie, und warum sie eingesetzt werden.

Rot

Die Bedeutung von Rot in der Farbpsychologie

Rot ist die Signalfarbe schlechthin. Was rot ist, fällt auf und ist ein Hingucker. Daher wir Rot auch oft im Straßenverkehr als Warnung verwendet. In der Werbung wir Rot gerne eingesetzt um den Kunden etwas als „Billig“ zu suggerieren, oder als Farbtupfer in Kombination mit anderen Farben um etwas besonders hervorzuheben.

Unter anderem haftet an der Farbe Rot etwas Verruchtes wie beispielsweise in eindeutigen Bars kommuniziert wird. Der rote Lippenstift, der allgemein als „sexy“ gilt, lässt sich auch auf roten Nagellack übertragen.

Aber warum ist das so? Rot zeigt Dominanz, deshalb ist diese Farbe auch schwer zu kombinieren, da Rot viele anderen Farben überstrahlt. Wenn man während des Schlussverkaufs zum Beispiel durch eine Fußgängerzone geht, fallen einem immer wieder die roten Lockangebote im Schaufenster ins Auge. Rot vermittelt uns allerdings auch ein Gefühl von Wärme, Liebe und Geborgenheit.

Die Eigenschaften der Farbe Rot

Orange

Die Bedeutung von Orange in der Farbpsychologie

Auch sie ist eine starke Signalfarbe: Auffällig und kräftig kennen wir Orange von Warnwesten, Schutzbekleidung und ähnlichem. In Werbung und Design spricht Orange eher die junge Generation an. Start-up Unternehmen, neue Linien und Side-Klicks werden gerne hervorgehoben.

Orange hat zudem eine aktivierende und auflockernde Wirkung, was die triste Alltagsgewohnheit manchmal einfach aufbrechen kann. Orange ist aber auch eine Farbe der Wärme und Gemütlichkeit. Ein Kaminfeuer im goldenen Herbst oder ein schöner orangefarbener Sonnenaufgang taucht alles in ein warmes, angenehmes Licht.

Die Eigenschaften der Farbe Orange

Gelb

Die Bedeutung von Gelb in der Farbpsychologie

Sie ist die hellste unserer aufgeführten Farben. Leuchtend uns strahlend vermittelt uns Gelb vor allem das Gefühl von Sommer, Sonne, Sonnenschein. Wir verbinden Gelb auch gerne mit Geschwindigkeit. Wie der Blitz oder diverse Liefer- oder Paketdienste z.B. nutzen diese Assoziation auch für Ihre Werbung. Mit der Sonne verbinden wir auch Energie, wie einige Energielieferanten auch schon erkannt haben und aufgriffen, um uns „gelben“ Strom zu liefern.

Als Signalwirkung von Geld gilt oft giftig – Tiere mit gelben Farbakzenten wie Wespen, Feuersalamander, Schlangen oder Frösche sind oft giftig. Gelb kann also ebenso als Warn-Farbe eingesetzt werden. Warnschilder auf LKWs oder Fläschen im Labor sagen uns, dass eine Gefahr droht – Ob wir das Symbol nun kennen oder nicht.

Die Eigenschaften von Gelb

Grün

Die Bedeutung von Grün in der Farbpsychologie

Die Farbe der Hoffnung und des Glücks. Egal was Grün nun ist, für uns ist es natürlich. Es ist die Farbe, die wir am besten wahrnehmen können, denn dafür sind die Rezeptoren in unseren Augen am empfindlichsten. Deshalb verbinden wir Grün mit Erdverbundenheit und allen ökologischen Themen.

Stell Dir mal ein Bio-Logo oder Label in Rot vor – würdest Du glauben, dass die Produkte Bio-War sind? Viele Unternehmen, die mit Recycling und Ökologie zu tun haben, verwenden die Farbe für ihre Werbung und das Design. Durch die beruhigende Wirkung wird grün auch gerne als Hintergrundfarbe eingesetzt. Aus diesem Grund sind z. B. Tafeln in Schulen und Bespannungen von Billardtischen grün. Grün signalisiert uns im Straßenverkehr freie Fahrt, Ausgangsschilder und Rettungswege meist grün beschildert.

Die Eigenschaften von Grün

Blau

Die Bedeutung von Blau in der Farbpsychologie

Die Lieblingsfarbe der Deutschen ist Blau. Im Gegensatz zu anderen Farben hängt bei Blau die Wirkung etwas weniger vom Farbton ab. Blau ist Leben, Wasser, der blaue Planet, Himmel und vieles mehr. Wir verbinden Blau vor allem mit Konstanz, Vertrauen und Gediegenheit. Das nutzen vor allem Banken und Versicherungen für ihre Werbung.

Selbst Papiertaschentuch-Hersteller werben mit der „Sicherheit“ der Tüchlein – Sei es nur, dass sie in der Waschmaschine nicht auseinanderfallen. Handwerker in blauen Overalls, Parkplatz-Schilder, Polizei, Marine-Uniformen und UN-Blauhelme – Alle wollen uns ein Gefühl von Sicherheit geben und Verlässlichkeit ausstrahlen.

Die Eigenschaften von Blau

Pink / Lila

Die Bedeutung von Pink und Lila in der Farbpsychologie

Schwierig einzustufen sind Mischfarben. Durch die Kombination aus kühlem Blau und warmen Rot sind Pink und Lila sehr ambivalent und vielseitig. Je nach Mischung kann man hiermit grell und leuchtendes oder sanft und zurückgekommene Varianten von Pastell-Tönen erzeugen. Die Intensität von Blau und die Energie von Rot werden vereint. Allerdings haftet an dieser Farbe ein Gendering. Babyblaue oder rosa-farbene Wände in Kinderzimmern sind mit Sicherheit kein Einzelfall. In der Werbung werden diese Mischfarben daher auch mit Vorsicht gebraucht. Einfarbig wirkt oft unseriös und kann einen zu verspielten Eindruck erzielen. Falls Rosa oder Lila doch in Gebrauch sind, dann meist in Kombination mit anderen Farben.

Die Eigenschaften von Pink und Lila

Schwarz

Die Bedeutung von Schwarz in der Farbpsychologie

Die Farbe der Trauer und der Dunkelheit. Sagst zumindest eine Seite der Farbpsychologie, denn Schwarz kann auch stilvoll, edel und erhaben sein. Vom klassischen Anzug bis zum edlen Füller mit intensiver schwarten Tinte: Schon immer war man bemüht ein tiefes, sattes Schwarz zu erzeugen – was ehrlich gesagt gar nicht so einfach ist.

Es gibt bunte Farben und es gibt Farben, wie Schwarz, Grau oder Weiß, die nicht bunt sind. Schwarz ist eine Farb- und Helligkeits-Empfindung, die beim Fehlen eines visuellen Reizes entsteht. Dieser Fall tritt dann ein, wenn die Netzhaut keine Lichtwellen oder nur Lichtwellen geringer Intensität im sichtbaren Spektrum wahrnimmt.

Mit Schwarz verbinden wir oft hochwertige Artikel, Bodenständigkeit und Stetigkeit. In Werbung und Design wird schwarz oft nur als Kontrastfarbe als Schrift oder Zeichen eingesetzt. Vollflächig findet man Schwarz nur selten. Sie würde uns beim Anschauen regelrecht „erschlagen“.

Auch in Sprichworten findet die unbunte Farbe ihren Gebrauch: „schwarzer Humor“, „schwarz-weiß denken“, „das kleine Schwarze“ oder auch „ins Schwarze treffen“.

Die Eigenschaften von Schwarz

Weiß

Die Bedeutung von Weiß in der Farbpsychologie

Sie ist die hellste aller Farben. Wie Schwarz und Grau ist auch sie eine unbunte Farbe. Weiß entsteht durch ein Gemisch aus Einzelfarben, das den gleichen Farbeindruck hervorruft wie Sonnenlicht.

Weiß wird oft mit purer Reinheit oder strahlendem Schnee assoziiert. Weiß ist oft im Einsatz, wenn es um Sauberkeit, Hygiene und Reinheit geht. Nicht umsonst verbinden wir weiß auch mit Jungfräulichkeit – ob es nun um Papier oder Brautkleider geht.

Als Hintergrundfarbe und durchscheinend gibt Weiß uns ein Gefühl von Freiheit und Luftigkeit. Edles Design in weiß wird auch von vielen Technik-Anbietern und Nutzern gepriesen. Sauber und clean bedeutet kein Schnick-Schnack, sondern einfach und stilvoll.

Die Eigenschaften von Weiß

 

Grau

Die Bedeutung von Grau in der Farbpsychologie

Understatement, Klassik und Gediegenheit – Dinge, die unser Hirn dank der Farbpsychologie der Farbe Grau zuordnet. Besonders oft taucht grau ab dem Jahr 2018 in Wohnungen und Wohnungseinrichtung auf. Als typische Business-Farbe ist sie kühl und kann auch innerhalb der Wohnungseinrichtung ein wenig mehr Farbmix ausgleichen.

Im Design-Bereich wird Grau oft als Hintergrund oder Ergänzung zu farbigen Flächen genutzt, denn diese unbunte Farbe kann die Wirkung anderer Farben unterstreichen. Das kann allerdings auch ins Gegenteil umschlagen und schnell langweilig wirken.

Die Eigenschaften von Grau

Braun

Die Bedeutung von Braun in der Farbpsychologie

Selten eingesetzt, da sie als altmodisch und schmutzig betrachtet wird, ist braun. Oft ist die erste Assoziation dann das rustikale Wohnzimmer der Großeltern. Generell gilt braun aber als Naturfarbe und geht mit Erdverbundenheit einher. Im Lebensmittelbereich finden wir braun etwas häufiger: Als Schokolade oder Kaffeebohnen ist Braun sogar das Sinnbild von purem Genuss.

Auch die Modeindustrie arbeitet mit Braun in verschiedensten Abstufungen. So entwickeln sich sogar ganze Kollektionen auf den sogenannten Erdtönen. Und auch bei Inneneinrichtungen findet man Braun oft in Form von dunklen Ledersofas oder –sesseln, die teilweise zu hohen Preisen gehandelt werden.

Die Eigenschaften von Braun

 

Das menschliche Auge – beziehungsweise das Gehirn – kann ungefähr 20 Millionen Farben wahrnehmen und unterbewusst einordnen. Unmöglich alle aufzuzählen oder zu beschreiben. In all ihren Facetten und Nuancen bestimmen Farben unseren Alltag und unser Leben.

Werbung und Design machen sich das auf alle möglichen Arten zunutze um uns zu beeinflussen. Die Wirkung von Farben wird eingesetzt, um positive Eindrücke zu schaffen. Daher sieht auch das Fleisch an der Theke saftiger aus als zu Hause, da rotes Licht die Farbe intensiviert. Um natürliche Farben zu verstärken, sind Lichtspiele in der Lebensmittelbranche keine Seltenheit mehr.

Mehrere Farben werden miteinander kombiniert, damit sich ihre Wirkung beeinflusst. Idealerweise können Farben sogar positiv miteinander in Verbindung treten. Bei der Gestaltung von Logos, Web-Seiten, Prospekten oder Ähnlichem, wird immer auf das Zusammenspiel von Text und Farbe Wert gelegt. Eine neutrale Hintergrundfarbe mit Akzenten können zwei Farben derselben Farbfamilie, oder komplementäre Farben sein.

Farbpsychologie bei TRIGEMA

TRIGEMA Logo

Auch bei unserem TRIGEMA Logo greifen wir auf die Farbpsychologie zurück. In der Schwinge ergänzen sich rot und blau in ihren jeweiligen Wirkungen. Die Schrift ist klassisch in Schwarz oder Weiß gehalten. Rot steht in unserem Falle als Signal für Mut, Innovation und Fortschritt. Blau steht für Beständigkeit, Vertrauen und Verantwortung.

Jedes Farbenspiel kann auch auf Kleidung übertragen werden. Auch hier spielen Kombinationen eine große Rolle. Aber auch andere Einflüsse müssen beachtet werden – Wie z. Bsp. der persönliche Typ, der Teint der Haut, die Haarfarbe, die Figur, die Saison, der Anlass, usw.

In unserem nächsten Beitrag beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Farb-Typen und der richtigen Farbwahl. Warum einige Leute viele auffällige Farben miteinander kombinieren, und andere gedeckte Farben bevorzugen – Liest Du hier.

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Junge Menschen lachen in weißen T-Shirts.

 

Kommentare (3)

  • Ewald Piepenrock
    am 2. August 2017 um 01:37 Uhr

    Gute Darstellung der Eigenschaften der Farben.

    Ich bin gespannt auf die weiteren folgen wie Farbkombination,
    personenbezogenen Farbtypen, Farbe und Formtyp (Figur) usw.

    • Dagmar Heltmann
      am 2. August 2017 um 09:09 Uhr

      Hallo Herr Piepenrock,

      herzlichen Dank für Ihr Feedback. Es werden sicher noch ein paar Beiträge zu diesem Thema folgen. Einfach fleißig weiter unseren Blog verfolgen 🙂

  • Jay
    am 1. August 2017 um 20:27 Uhr

    Sehr informativer Beitrag…

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