Produktionsprozess II

Ausrüstung/Färberei

In der Ausrüstung wird aus gestricktem Stoff ein funktionales Textil. Waschen, Färben und Stabilisieren verleihen dem Material seine endgültigen Gebrauchseigenschaften. Jeder Prozessschritt ist exakt auf Faserart, Stoffstruktur und späteren Einsatz abgestimmt. Ziel ist ein gleichmäßiges Erscheinungsbild, stabile Maße und eine Oberfläche, die sich gut weiterverarbeiten lässt. Moderne Anlagen ermöglichen eine präzise Steuerung von Temperatur, Zeit und chemischen Parametern. So entsteht ein Stoff, der formstabil bleibt, Farbe zuverlässig hält und die Grundlage für eine saubere Konfektion bildet.

"Farbe, Temperatur und Zeit werden in jedem
Prozessschritt exakt gesteuert und dokumentiert."

Wasch- und Bleichstraße

Bevor Farbe auf den Stoff trifft, muss er gründlich vorbereitet werden. In der Wasch- und Bleichstraße werden Rückstände aus der Herstellung entfernt, die eine gleichmäßige Farbaufnahme beeinträchtigen könnten. Der Stoff durchläuft mehrere Waschstufen im Gegenstromprinzip: Während der Stoff vorwärtsläuft, bewegt sich das Wasser entgegengesetzt, wodurch Ressourcen effizient genutzt werden. Alle Parameter wie Temperatur, pH-Wert, Wassermenge und Durchlaufzeit sind exakt geregelt und dokumentiert. Für helle Farbtöne erfolgt zusätzlich ein umweltschonender Bleichprozess. Dieser bereitet die Faser gleichmäßig vor, ohne sie unnötig zu belasten. Das Ergebnis ist ein sauberer, homogener Stoff, der eine stabile Grundlage für den anschließenden Färbeprozess bildet und gleichmäßige Farbergebnisse ermöglicht.

Färbevorgang

Die Färbung richtet sich nach Material und Faserzusammensetzung. Baumwollstoffe werden im Kalt-Klotz-Verweil-Verfahren gefärbt. Dabei wird die Farbflotte ohne Temperatur und Salz (also sehr ressourcenschonend) in einem besonders sparsamen und stoffschonendem Verfahren auf den Stoff aufgebracht und anschließend über eine definierte Verweilzeit fixiert. In dieser Phase verbindet sich der Farbstoff dauerhaft mit der Faser. Um Störeinflüsse zu vermeiden, wird der Stoff luftdicht umwickelt. Stoffe die synthetische Fasern enthalten, benötigen ein anderes Färbeverfahren: In Hochtemperatur-Jet-Maschinen werden ganze Stoffpartien unter hohen Temperaturen gefärbt, damit sich die Faser öffnet und den Farbstoff aufnimmt. Beide Verfahren sind präzise steuerbar und ermöglichen reproduzierbare Farbergebnisse, abgestimmt auf spätere Beanspruchung, Pflege und Einsatzbereich.

Spannrahmen

Im Spannrahmen wird der Stoff maschengerade ausgerichtet und auf seine endgültige Breite eingestellt. Dabei wird er unter kontrollierter Spannung getrocknet und thermisch fixiert. Dieser Prozess stabilisiert die Stoffstruktur und sorgt dafür, dass Maschenlauf und Breite dauerhaft erhalten bleiben. Zusätzlich können Appreturen wie eine Pflegeleichtausrüstung aufgebracht werden, die Pflegeeigenschaften, Griff und Vernähbarkeit gezielt verbessern. Der Spannrahmen ist ein entscheidender Schritt, um den Stoff für die Konfektion vorzubereiten: Er stellt sicher, dass der Stoff ruhig liegt, sich gleichmäßig verarbeiten lässt und seine Form auch nach dem Waschen beibehält.

Stoffkontrolle

In der Sanforanlage wird der Stoff kontrolliert entspannt und verdichtet. Durch dieses gezielte Krumpfen reduziert sich der spätere Einlaufwert deutlich, gleichzeitig verbessert sich der Warengriff und die Vernähbarkeit. Hier wird der Stoff mit einem Kamerasystem kontrolliert und etwaige Fehler für den nachfolgenden Arbeitsschritt (Zuschneiden) mit Etiketten markiert um sie entsprechend auszusortieren.

Ergänzend kann der Stoff in der XETMA Rauanlage bearbeitet werden. Dort ziehen spezielle Walzen Fasern kontrolliert an die Oberfläche, ohne sie abzutrennen. So entstehen weiche, voluminöse Oberflächen, etwa für angeraute oder fleeceartige Qualitäten. Beide Anlagen ermöglichen es, Stoffe gezielt an ihren späteren Einsatz anzupassen und unterschiedliche haptische Eigenschaften technisch reproduzierbar zu erzeugen.

In der Ausrüstung wird aus gestricktem Stoff ein funktionales Textil. Waschen, Färben und Stabilisieren verleihen dem Material seine endgültigen Gebrauchseigenschaften. Jeder Prozessschritt ist exakt auf Faserart, Stoffstruktur und späteren Einsatz abgestimmt. Ziel ist ein gleichmäßiges Erscheinungsbild, stabile Maße und eine Oberfläche, die sich gut weiterverarbeiten lässt. Moderne Anlagen ermöglichen eine präzise Steuerung von Temperatur, Zeit und chemischen Parametern. So entsteht ein Stoff, der formstabil bleibt, Farbe zuverlässig hält und die Grundlage für eine saubere Konfektion bildet.
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