Produktionsprozess I
Strickerei
Moderne Rundstricktechnik erlaubt es, Maschenbilder präzise zu steuern und Stoffe mit gleichmäßiger Struktur und reproduzierbarer Qualität herzustellen. Jeder Produktionsschritt ist technisch überwacht:
Fadenlauf, Maschendichte und Maschinenparameter werden kontinuierlich kontrolliert. So entsteht aus einzelnen Fäden ein belastbarer Stoff, der nicht zufällig wächst, sondern gezielt aufgebaut wird.
Die Strickerei legt damit den Grundstein für alle folgenden Prozesse und beeinflusst Passform, Griff und Haltbarkeit eines Kleidungsstücks maßgeblich.
"Wir haben dauerhaft ca. 200 Tonnen rohen Stoff
über alle Qualitäten am Lager"
Garn
Garn ist kein neutraler Ausgangsstoff, sondern ein technisch definierter Werkstoff. Zusammensetzung, Feinheit und Drehung bestimmen, wie sich Maschen bilden, wie elastisch ein Stoff ist und wie er auf spätere Ausrüstung reagiert. In der Strickerei wird das Garn über Spulengatter spannungsgleich zugeführt und durch Führungssysteme stabil in die Maschinen geleitet. Ein ruhiger Garnlauf ist entscheidend für ein gleichmäßiges Maschenbild und verhindert Störungen im Produktionsprozess. Garn bildet damit die technische Basis für reproduzierbare Stoffqualität.
Rundstrickmaschine
Großrundstrickmaschinen formen aus Garn eine textile Fläche im Dauerbetrieb. Tausende Nadeln arbeiten gleichzeitig und erzeugen Maschen mit gleichbleibender Präzision. Der Stoff entsteht meist als Schlauch, was ihm bereits eine hohe Grundstabilität verleiht. Sensoren überwachen den Prozess permanent: Reißt ein Faden oder verändert sich das Maschenbild, stoppt die Maschine automatisch. So lassen sich Fehler frühzeitig erkennen und begrenzen. Die Kombination aus industrieller Leistung und technischer Kontrolle ermöglicht eine gleichmäßige Stoffherstellung, bei der Qualität nicht nachträglich korrigiert, sondern von Beginn an erzeugt wird.
Santoni
Auf Santoni Maschinen entstehen Textilien ohne Seitennähte direkt in ihrer späteren Form. Größe, Struktur und Elastizität werden bereits während des Strickens festgelegt. Auch Bündchen werden direkt angestrickt und nicht mit einer Naht angebracht. Jedes Teil verlässt die Maschine nahezu fertig, wodurch zusätzliche Verarbeitungsschritte entfallen. Dieses Verfahren eignet sich besonders für körpernahe Produkte, bei denen Tragekomfort, gleichmäßige Dehnung und eine saubere Oberfläche entscheidend sind. Die vollautomatische Arbeitsweise sorgt für eine hohe Wiederholgenauigkeit und ermöglicht eine präzise Steuerung der Produkteigenschaften – vom ersten Faden bis zum fertigen Textil.
Stofflager
Nach dem Stricken wird der Stoff zunächst als Schlauchware zu Stoffballen aufgewickelt. Diese Ballen werden gewogen, etikettiert und eindeutig gekennzeichnet. Jede Partie bleibt nachvollziehbar dokumentiert und kann jederzeit ihrem Ursprung zugeordnet werden. Im Stofflager werden die ungeöffneten Stoffballen systematisch gelagert und für die weiteren Verarbeitungsschritte bereitgestellt. Diese Struktur sorgt für Transparenz, Planungssicherheit und einen gleichmäßigen Materialfluss innerhalb der Produktion.
Aufschneidemaschinen
Vor der Weiterverarbeitung in der Ausrüstung wird der gestrickte Stoff geöffnet. Spezielle Aufschneidemaschinen schneiden den Stoffschlauch kontrolliert auf. Dabei erfolgt der Schnitt nicht nur einfach gerade, sondern je nach Bedarf auch in einem berechnetem Winkel. Diese Technik reduziert das spätere Verdrehen von Nähten, ein bekanntes Problem bei gestrickten Baumwollstoffen. Entwickelt wurde dieses Verfahren von einem italienischen Maschinenhersteller speziell für diesen Zweck. Die aufgeschnittenen Stoffe werden anschließend direkt in die Ausrüstung weitergegeben, wo sie gefärbt und ausgerüstet werden.
Ist der Stoff gestrickt und geöffnet beginnt der Schritt, in dem er seine funktionalen Eigenschaften erhält. In der Ausrüstung wird aus textilem Rohmaterial ein Stoff, der Farbe, Stabilität und Pflegeverhalten vereint.